Im Juli bin ich als 15-jähriger vom Flughafen München auf die bisher längste Reise meines Lebens aufgebrochen. Ich war nervös und auch etwas traurig, meine Familie längere Zeit nicht zu sehen, aber auch schon in Vorfreude, was mich alles erwarten wird. Nach 24 stündiger Flugzeit erreichte ich Neuseeland. Dort war zu dieser Zeit Winter. Die erste Woche verbrachte ich in der Hauptstadt Wellington. Hier gab es für mich und drei anderen Schülerinnen aus Deutschland eine Einführung in alle Dinge, die für mich in dem kommenden halben Jahr wichtig werden könnten. Diese Woche war auch verbunden mit interessanten Ausflügen und kulturellen Vorträgen.

Danach flog ich weiter nach Dunedin, wo mich meine Gastfamilie am Flughafen schon herzlich in Empfang nahm. Der erste Eindruck war sehr gut. Die Familie bestand aus meiner noch sehr jungen Gastmutter und meinem Gastvater sowie deren zwei Söhnen Jarrod und Milo (9 Jahre und 2 Jahre). Ich habe mich schnell im Familienverbund eingelebt und mich sehr wohl gefühlt.

High School in Neuseeland

Das Schulleben startete zwei Tage später an der Bayfield High School. Den Schulweg konnte ich gut mit Fahrrad oder zu Fuß bewältigen. Die Schule umfasste ungefähr 550 Schüler. Ein Unterschied zur deutschen Schule war schon mal, dass ich mir einen Teil der Unterrichtsfächer selber wählen konnte. Es gab auch Fächer wie Outdoor Education, wo wir Zeit im Freien mit Klettern, Kajaken, mehrtägigen Wandertrips etc. verbrachten. Es gab Theaterprojekte und in den längeren Pausen konnte man auch das Spielen verschiedener Musikinstrumente erlernen. Es gab auch eine Schul-Fußballmannschaft, bei der ich mitspielte. Ich habe mich in der Schule relativ schnell zurechtgefunden, auch aufgrund der guten Betreuung durch die Lehrer. Sprachlich war es gar nicht so schwierig. Ich hatte bis dahin fünf Jahre Englischunterricht und  konnte mich daher gut verständigen.

In meinem Klassenkameraden Eliot habe ich schnell einen guten Freund gewonnen. Wir haben Vieles gemeinsam unternommen. Ein tolles Erlebnis ist mir besonders in Erinnerung geblieben: Wir waren zusammen am Strand und haben im Meer nach Muscheln getaucht. Die wurden dann von uns bei Elliot zu Hause zubereitet und gemeinsam gegessen.

Ein besonderes Highlight war eine mehrtägige Schifahrt in Queenstown, organisiert durch die Schule. Es war schon lustig zu Hause zu erzählen, ich wäre Schi fahren, und das im August! Wir waren eine bunt gemischte Gruppe, bestehend aus den verschiedensten Nationen. Eine wirklich lustige und gelungene Aktion.

Mit meiner Gastfamilie verbrachte ich auch sehr schöne Stunden am Strand, der fast vor der Haustüre lag. Ein besonders schönes Erlebnis war auch die Besichtigung der kleinsten Pinguine der Welt. Man konnte diese nachts unter fachmännischer Führung am Strand beobachten, wenn sie aus dem Meer zu ihren Brutstätten an Land kamen um ihre Jungen zu versorgen. Sehr beeindruckend. Wie eigentlich die ganze Fauna und Flora auf Neuseeland.

Einerseits Strand und Meer, andererseits Urwald, aber dann auch wieder Berge, Wiesen, Almen und jede Menge Schafe.

Auch konnte ich mir die angeblich „steilste“ Straße der Welt angucken, die Baldwin Street. Sie liegt eigentlich sehr unspektakulär in einem Wohnort von Dunedin. Aber wenn man ganz oben angekommen war und nach unten guckte, sah man erst richtig, wie steil dieses Stückchen Straße war.Milo (9 Jahre und 2 Jahre). Ich habe mich schnell im Familienverbund eingelebt und mich sehr wohl gefühlt.

In den Ferien quer über die Nordinsel

Ich hatte auch zweiwöchige Frühlingsferien während meiner dortigen Schulzeit. Diese freie Zeit nutzte ich für eine Busreise quer durch die Nordinsel Neuseelands. Es waren viele unterschiedliche junge Leute mit dabei. Es gab eine Menge von Freizeitaktivitäten, wie Bungee Jumping, Fallschirmspringen, Kajaken, Rafting usw. Ich habe mir ein nasses Abenteuer ausgesucht und bei einer Rafting Tour mitgemacht. Ein weiteres Highlight war der Besuch von „Hobbiton“, dem original Schauplatz des gleichnamigen Films.  Wir besuchten unter anderem auch Vorträge und Aufführungen von den Ureinwohnern Neuseelands, den „Maori“. Es gibt eine eigene Maori Sprache und es leben nach wie vor noch viele „Maoris“ in Neuseeland.

Ich könnte hier noch Vieles mehr schreiben. Dennoch hoffe ich, mit diesem Bericht ein wenig Einblick in mein Alltagsleben in Dunedin geben zu können. Es waren so viele Eindrücke und Erlebnisse, dass man selbst danach zu Hause noch Zeit braucht, diese zu verarbeiten. Es war eine sehr gute Entscheidung, diesen Schritt gewagt zu haben, und es hat mir auch gezeigt, dass man Vieles schaffen kann. Ich bin dadurch selbstbewusster, selbständiger und neugieriger auf Neues geworden. Es war bestimmt nicht mein letzter Auslandsaufenthalt. Ich möchte noch so viel wie möglich von dieser Welt sehen und kennenlernen. Neuseeland war eine Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen möchte. Und nebenbei habe ich viele neue, tolle Menschen kennengelernt! 

Alexander aus Ried im Kreis, Österreich, war für ein Schulhalbjahr mit ICX als Austauschschüler in Dunedin, Neuseeland.