My English adventure in Cornwall

Mein Name ist Elena. Ich war von Januar bis März, also für drei Monate, in England. Mein Abenteuer startete ich mit etwas gemischten Gefühlen, denn eine solche Unternehmung erfordert definitiv den Austritt aus der eigenen „Comfort Zone“.

Aber sobald ich meine Gastfamilie persönlich kennengelernt hatte und mich an die Herausforderung einer neuen Sprache, neuer Menschen und neuer Umgebung gewöhnt hatte, erkannte ich, wie unglaublich toll diese Zeit werden würde!

Eine ganz andere Familienkostellation

Meine wundervolle Gastfamilie, mit der ich immer noch in Kontakt bin, wohnt in dem relativ beschaulichen Städtchen Liskeard in Cornwall, wo ich auch zur Schule gegangen bin. Mein Zimmer war zwar kleiner als zu Hause, aber super geschmackvoll eingerichtet und - passend zum Rest des typisch englischen Hauses – sehr gemütlich, sodass ich mich sofort wohlfühlte.

Meine Gastfamilie bestand aus Vater und Mutter, drei Söhnen im Alter von 25, 23 und 15 und zwei Hunden. Die Hunde haben mich so sehr begeistert, weil ich zu Hause in Deutschland nur eine Katze habe. Es war also eine komplett neue Erfahrung für mich, mit zwei relativ großen Hunden zusammenzuwohnen. Oft ging ich nach der Schule alleine mit ihnen spazieren, wenn der Rest der Familie noch nicht da war. Wenn meine Gastmutter zu Hause war, fuhren wir auch gemeinsam an den Strand oder in den Wald, um die Hunde auszuführen. Es war traumhaft schön trotz des Regens und des Winds, der am Anfang meines Aufenthalts ein häufiger Begeleiter war.

Überall mit dabei – so lernte ich schnell das englische Leben und die Freunde der Familie kennen

Meine Gastmutter war vermutlich die Person, mit der ich die meiste Zeit verbracht habe, da sie mir anbot, sie überall hin zu begleiten, was ich mit Freuden jedes Mal tat. Dadurch lernte ich viele Freunde der Familie kennen und führte nebenbei interessante Gespräche mit ihr. Sie ist die absolut liebenswürdigste Person, die man sich vorstellen kann. Sie ist mir superschnell ans Herz gewachsen. Durch sie kam ich zu extrem leckerem Essen (NEIN, englisches Essen ist keine Zumutung!!!). In meiner Gastfamilie wurde sogar ziemlich gesund und abwechslungsreich gekocht, gleichzeitig gab es traditionell jeden Sonntag „Roast Dinner“, was ich absolut liebe! Zudem nahm meine Gastmutter mich auch zu einem ausgleichenden Sportprogramm im örtlichen Fitnesscenter mit, das unter anderem das sogenannte „Aerobiking“ anbot. Diese Aktivitäten haben uns besonders zusammengeschweißt!

Es passte einfach perfekt

Doch auch der Rest der Familie hat mich super aufgenommen und wir hatten vor allem bei den gemeinsamen Abendessen einen riesen Spaß, da wir einen ähnlichen Humor haben. Wie auch immer die Familien zugeteilt werden, bei mir hat alles gepasst und ich habe mich von Anfang an sehr willkommen und als Teil der Familie gefühlt. Die Abende bestanden meist daraus, dass zusammen ferngesehen oder gespielt wurde. (BBC hat tolle Serien!!) Die Wochenenden starteten für mich meist mit englischem Frühstück oder zumindest einem „Egg-and-Bacon-Sandwich“, das mein Gastvater mir liebevoll zubereitete, was den Tag für mich schon perfekt anfangen ließ. Danach unternahmen wir häufig etwas, sodass ich eine Menge toller Orte in der näheren und ferneren Umgebung von Liskaerd kennenlernte. Die Landschaft hat mich einfach bezaubert! Auch durfte ich die Familie auf verschiedene Veranstaltungen, Shoppingtouren und eine englische Hochzeit begleiten.

Freunde und Schule in England

Häufig war auch meine neue Freundin Catha dabei, die mit mir zur gleichen Zeit in England war und bei einer befreundeten Familie wohnte. Es war sehr schön, nicht von Anfang an ganz auf sich gestellt zu sein. Catha und ich gingen auf die gleiche Schule, das Liskeard School and Community College. Wir hatten im Grundsatz den gleichen Freundeskreis, mit dem wir unsere Pausen im Commonroom für die Sixth Form, also die Oberstufe, verbrachten. Ich konnte vier verschiedene Fächer wählen, wobei ich verstärkt Kurse aussuchte, die ich in Deutschland nicht hätte besuchen können. Daher fiel meine Wahl auf English Literature, Art, Photography und Psychology, womit ich absolut zufrieden war. Besonders Psychology hat mich absolut begeistert. Auch die freie Unterrichtgestaltung in Art und Photography war sehr angenehm. Die Lehrer waren immer interessiert und gaben ihr Bestes, mich zu unterstützen, wobei die meisten am Ende meinten, ihnen sei später kaum mehr aufgefallen, dass ich eine Austauschschülerin war, da ich mich gut eingefügt habe.

Andere Unterrichtszeiten als in Deutschland und jede Menge Spaß

Ein weiteres dickes Plus für die englische Schule sind definitiv die Unterrichtszeiten. Die Schule beginnt um frühestens um 8:45 Uhr und endete nur einmal die Woche besonders spät um 16:15 Uhr. Zwischendurch gab es Freistunden - sogenannte „Studies“ – das sind selbstständinge Lernstunden, in denen man die Hausaufgaben machen und sich mit anderen Schülern austauschen kann. Es war immer sehr lustig, wenn dann viel geredet wurde und die englischen Freunde ihr Interesse an deutscher Sprache und Kultur äußerten und wir versuchten, ihnen deutsche Wörter beizubringen oder spezielle deutsche Sachen zu erklären.

Das Knüpfen von Kontakten, die auch außerhalb der Schule stattfanden, dauerte etwas länger als erwartet. Schließlich verabredeten wir uns doch für einen Kinobesuch in Plymouth und gegen Ende lud eine andere Freundin alle von unserem „Lunchtime-Table“ zu sich nach Hause zu einer Überraschungsparty für mich und Catha ein, bei der wir zwischen Pizza und Geschichten sehr viel lachten, was eine meiner besten Erinnerungen ist.

Neue Freunde In England

Mein Schulweg dauerte für gewöhnlich 20 Minuten, aber ich musste zum Glück nach einem Monat nicht mehr alleine laufen, da es sich herausstellte, dass ein Junge aus meinem Englischkurs nur ein paar Häuser neben mir wohnte, sodass wir den Weg gerne zusammen liefen und dadurch sehr gute Freunde wurden.

Meine beste Freundin in England jedoch war eindeutig Catha, da wir uns auf Anhieb gut verstanden und viel zusammen unternahmen, sei es nur englische Filme auf Netflix zu gucken oder zu backen usw. Die beste Entscheidung war die, auch dann Englisch miteinander zu sprechen, wenn wir alleine waren. Anfangs war es eine Überwindung, da wir uns als Deutsche kennengelernt hatten. Doch wir sind beide super glücklich, dass wir es gemacht haben, und nach ein paar Tagen war es selbstverständlich, sodass wir es bis heute nicht geändert haben, obwohl wir wieder in Deutschland sind. Es war toll, diese Erfahrung von einem englischen Leben zu teilen und sich darüber auszutauschen.

Meine Erfahrungen im Überblick

Es hat ein paar wenige Tage gedauert, um mit all den Veränderungen klarzukommen, die anfangs auf mich einprasselten, aber das Eis war sehr schnell gebrochen und ich habe mich getraut, einfach zu reden ohne darauf zu achten, dass alles perfekt klingt. Ich wurde von allen Seiten herzlichst aufgenommen und jeder hat sich bemüht, mich willkommen fühlen zu lassen.

Durch die ständige Konfrontation mit der Sprache habe ich mich unglaublich schnell daran gewöhnt, und bald habe ich sogar in Englisch gedacht und mir sind beim Telefonieren mit meiner Mutter englische Wörter rausgerutscht, was sehr witzig war. Besonders meine Aussprache und Sprachsicherheit, sowie eine kleine Verbesserung meines Wortschatzes sind, denke ich, bemerkbare Resultate meiner Zeit in England. Aber auch mein Selbstbewusstsein ist gewachsen, vor allem im Umgang mit Neuem und im zwischenmenschlichen Bereich.

Meine Gastfamilie ist für mich in der Zeit sehr wichtig geworden. In den ersten Tagen zurück in Deutschland habe ich sie sehr vermisst und so geht es mir ab und zu noch immer.
Auch ist besonders Cornwall, das ich vorher nie besucht hatte, für mich wie eine zweite Heimat geworden. Jetzt freue ich mich schon darauf, meine Gastfamilie in den kommenden Ferien zu besuchen! Ich bin einfach so glücklich, dass ich das Abenteuer gewagt habe, und würde es jedem empfehlen, der bereit ist, sich außerhalb des Gewohnten zu bewegen und sich bereitwillig auf Neues einzulassen. Es lohnt sich!

Elena aus Hüffelsheim war im 2. Trimester als Austauschschülerin mit ICX in Cornwall, England.