Meine Zeit auf der größten Insel Europas

Wild sea, sandy beaches and a gulp of fresh air. Das sind nur einige der Punkte, die mir einfallen, wenn ich über Cornwall nachdenke.

Ich bin Lea und im August ging es für mich zum allerersten Mal nach England, ins wunderschöne Cornwall.

Schon einen Monat vor meiner Abreise, fieberte ich meinem Aufenthalt entgegen. Besonders als ich die Informationen über meine Gastfamilie erhielt, ließ sich die Spannung kaum noch aushalten. Knapp vor Ende der Sommerferien war es soweit. Am frühen Morgen ging es für mich zum Flughafen in Münster. Der Abschied von meiner Familie viel mir recht schwer, doch als ich dann im Flugzeug saß, überwog meine Aufregung und Vorfreude. Von Münster flog ich über Frankfurt nach London, von wo ich dann nach einem tollen Einführungsseminar in den „Coach“ gesetzt wurde, der mich in den kleinen Ort Bodmin in Cornwall bringen sollte.

Ankommen in der Gastfamilie

Als ich an der Haltestation St.Petroc's Church nach fünfstündiger Fahrt ausstieg, wartete mein Gastvater Mike schon auf mich, von dem ich sehr herzlich begrüßt wurde. Gleich am ersten Abend habe ich mit meinem Gastvater zusammen gekocht und direkt ein paar neue englische Wörter kennengelernt. Zusammen mit ihm, meiner Gastmutter Jan und meinem Gastbruder Rob (30), habe ich eine typisch englische Mahlzeit in der gemütlichen Küche gehabt.

Bevor die Schule losging, hatte ich noch circa eine Woche Ferien. In dieser Zeit konnte ich mich  gut eingewöhnen. Eines der ersten tollen Highlights in dieser Woche war der Ausflug zum Fischen auf dem Boot meines Gastvaters. Mit seinem Boot sind wir vor der kleinen Fischerstadt Fowey auf dem Ärmelkanal „rumgeschippert“ und haben später in Fowey „Fish and Chips“ gegessen.

Und dann ging schon die Schule los

Schließlich habe ich mich aber sehr auf die Schule gefreut, um Leute in meinem Alter kennenzulernen. Ich bin in die Sixth Form des Bodmin College gegangen und musste keine Uniform mehr tragen. Die Lehrer waren super nett und umgänglich. Man konnte echt Spaß mit ihnen haben, und das Ganze war sehr persönlich.

Die Schulfächer, die ich gewählt habe, unterschieden sich zum Teil sehr von meinen Fächern in Deutschland. So habe ich die Fächer „Drama“ und „Textiles“ belegt, sowie „English Language“ und „Geography“. Besonders interessant fand ich Textiles, wo ich ein Kleid genäht habe und natürlich Drama. Mit meiner „Drama-Familie“ habe ich sehr viele Ausflüge ins Theater nach Plymouth oder Truro gemacht. Außerdem habe ich tolle Workshops mit professionellen Schauspielern gehabt. Das Highlight war eine Dramafahrt nach London, mit einer lustigen Busfahrt, Theateraufführungen (Matilda etc.), einer Besichtigung des Globe (das Shakespeare Theater), Workshops, einem Besuch in den Harry Potter Studios und Vielem mehr. Definitiv eine Zeit, die ich nicht vergessen werde. Aber auch die normalen Theaterstunden in der Schule waren meistens witzig mit lustigen Improvisationsspielen und viel praktischer Arbeit.

Meine Freistunden in der Schule verbrachte ich entweder im Common Room mit den anderen Schülern beim Quatschen und Billardspielen oder mit einer Freundin im Schulgym. Sehr gefreut hat mich, dass an meinem College ziemlich viele Ausflüge, Exkursionen und Uni-Besichtigungen gemacht wurden. Die Schüler werden dort wirklich gut über ihre Möglichkeiten nach der Schule aufgeklärt. 

Freunde, Verwandtschaft, Surfen und mehr

Aber es gab auch ruhigere Wochen, in denen ich etwas mit Freunden unternommen und lokale Städte und Strände besucht habe oder ich die Abende Zu Hause mit meiner Gastfamilie und einer Tasse Tee im Wohnzimmer verbracht habe. Manchmal kamen meine Gastschwester Jenny, ihr Verlobter Stewart und ihre Tochter Olivia (7) auch vorbei, mit der ich immer fleißig gespielt habe.

Bis zu den Herbstferien bin ich montags nach dem Unterricht vom College aus zum Surfen am Polzeath Beach gefahren. Es war herrlich im Meer zu sein und die Wellen und die Bucht waren super!

In den Herbstferien habe ich an einem Programm teilgenommen, welches sich NCS nennt und wo ich mit meiner Freundin Hanna und anderen englischen Schülern nach Brixham gefahren bin. Dort waren wir in einem Outdoor Education Centre und haben viele sportliche Aktivitäten wie Klettern und Coasteering gemacht. Dort habe ich auch meine beste englische Freundin Amelia kennengelernt, die ich hoffentlich bald wiedersehen werde.

Die Zeit in Richtung Weihnachten flog dann auch recht schnell vorbei mit Backen, Besuchen von Märkten und gemütlichen Abenden. Die Feiertage waren auch sehr schön. Ich habe sie mit meiner Gastfamilie verbracht und es war echt interessant, da sie sich doch sehr von dem unterschieden haben, wie ich es gewohnt bin. So haben wir z.B. am 25. Dezember Weihnachten gefeiert und es gab ein typisches, englisches „Christmas Dinner“.

Die Zeit verging viel zu schnell – ich freue mich auf ein Wiedersehen!

Dann brach auch schon mein letzter Monat, der Januar, an. An meinem Geburtstag haben wir Torte gegessen und kurz vor meiner Abreise war ich noch auf einer Abschiedsfeier. Es fiel mir schwer allen „Tschüss“ zu sagen. Am 2. Februar war der Tag der Abreise da.

Meine Cornwall-Flagge mit den Abschiedssprüchen meiner Drama-Familie hängt jetzt in meinem Zimmer.

Alles was ich in England erlebt habe, die schönen und besonderen Tage, aber auch die Tage, an denen ich etwas Heimweh hatte, haben mich bereichert. Ich habe 'ne Menge über die englische Kultur und die Menschen gelernt, und natürlich hat sich mein Englisch sehr verbessert. Aber vor allem die Bekanntschaften, die ich machen durfte, schätze ich sehr. Die wenigen schwierigen Momente, die ich hatte, rücken in den Hintergrund, und wenn ich an die Zeit zurückdenke, bin ich sehr zufrieden. Ich freue mich jetzt schon darauf, alle wiederzusehen.

Lea aus Löhne war mit ICX als Austauschschülerin für ein Semester in Bodmin, Cornwall in England.