Mein kleines Abenteuer Frankreich

Ich heiße Isabel und bin 15 Jahre alt. Im September begann mein vierwöchiger School-Guest-Aufenthalt in Frankreich.

Bekräftigt durch verschiedene Informationsquellen (z. B. Messe) beschloss ich, für vier Wochen nach Frankreich zu reisen.

Am Anfang war noch nicht klar, wo in Frankreich eine Familie für mich gefunden wird. Schließlich erhielt ich die Nachricht, dass meine Gastfamilie in der Bretagne in einer kleinen Stadt namens Acigné lebt. Ich hatte zwei Gastschwestern, die zu Hause leben, und einen älteren Gastbruder, der in Grenoble studiert. Mitte September ging dann meine erste Reise ohne meine Familie mit gepackten Koffern los! In Frankreich wurde ich sehr herzlich von meiner Familie begrüßt und das Abenteuer begann…

Ausflug an die Küste

Gleich am ersten Wochenende starteten wir nach Saint-Malo an die Nordküste der Bretagne. Diese Stadt ist komplett von einer alten, sehr hohen Stadtmauer umgeben, die trotzdem schon einige Male von den Wasserwellen übertreten wurde. Dies liegt an dem gewaltigen Unterschied von Ebbe und Flut in dieser Gegend. Wenn man während der Ebbe auf die umliegenden (weiter entfernten) Inseln geht, kann es passieren, dass einem der Rückweg wegen der Flut sehr schnell unmöglich gemacht wird. Dies konnte ich beobachten, als wir auf der Mauer in einem kleinen Restaurant sehr leckere Galetten, eine französische Spezialität, ähnlich wie Pfannkuchen, gegessen haben.

Ich durfte auch Vieles in meinem Heimatort erleben, so besuchte ich zusammen mit meiner Gastschwester ein kleines Fest in Acigné. Dort gab es einen kleinen Kunstmarkt sowie einen Verkaufsstand für Crêpes und andere Leckereien. Außerdem war ein sehr langer Spieß aufgebaut, an dem 30 Hühnchen gegrillt wurden, die dann am Abend in gemütlicher Runde verspeist worden sind.

Mont-Saint-Michel!

Zusammen mit meiner Familie besichtigte ich einen weiteren Ort an der Atlantikküste der Normandie: Mont-Saint-Michel!  Eine wunderschöne kleine Insel, die hauptsächlich aus einer riesigen Klosteranlage besteht. Durch kleine Gassen gingen wir bis zur Abtei nach ganz oben, wo wir dann an einer Führung teilnahmen. Ich habe so viel Interessantes gelernt, obwohl es eine französische Führung war. Da habe ich das erste Mal realisiert, dass ich „richtig“ in Frankreich angekommen war: Ich verstand viel mehr als an den ersten Tagen und es fiel mir auch nicht mehr schwer, durchgehend auf Französisch zu sprechen (und zu denken). Auf Vieles hat mich meine Familie hingewiesen, so zum Beispiel auch auf das wegen seiner riesigen Omeletts bekannte Restaurant La Mère Poulard, das mir sonst gar nicht aufgefallen wäre! Deshalb bin ich auch so glücklich, dass ich das französische Leben mit meiner Gastfamilie erleben durfte!

An einigen Nachmittagen ging ich mit meinen Gasteltern oder meinen Gastschwestern und deren Freunden ins nahgelegene Kino oder zu einem ihrer Handballspiele, wodurch ich nochmals meine Französischkenntnisse ausbauen und neue Freunde finden konnte.

Schulbesuch in Frankreich

Natürlich fand mein Leben nicht nur an den Wochenenden und an Nachmittagen statt! Ich hatte durch meine beiden Gastschwestern die Möglichkeit, zum einen das Collège mit meiner zwei Jahre jüngeren Schwester und zum anderen das Lycée mit meiner zwei Jahre älteren Schwester zu besuchen. Der wohl größte Unterschied zu meiner Schule in Deutschland war, dass die Schüler nach jeder Stunde den Klassenraum wechseln und sie im Collègesogar von ihren Lehrern vom Schulhof „abgeholt“ werden. Dadurch ergab sich für mich aber (glücklicherweise) auch nicht das Problem der Orientierung in den Schulgebäuden! Jeden Mittwoch durfte ich aufgrund eines Transportproblems meine Gastmutter zur Arbeit nach Rennes begleiten, wo sie Deutschlehrerin ist. Also konnte ich aus zwei verschiedenen Sichten den Schulalltag in drei Schulen und viele nette Menschen kennenlernen. Ein weiterer Aspekt, der mir besonders aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass in Frankreich fast kein Wert auf die mündliche Mitarbeit gelegt wird, das Ausschlaggebende für die Benotung ist bei ihnen das Schriftliche! Das war für mich eine sehr große Überraschung und etwas, an das ich mich erst einmal gewöhnen musste.

Mein kleines Abenteur hat sich gelohnt!

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass mir dieses kleine Abenteuer sehr viel Spaß gemacht hat und ich Vieles mitgenommen habe für meinen weiteren Lebensweg! Ich fand es superinteressant, einerseits selbst Neues kennenzulernen und andererseits meiner Gastfamilie und meinen Freunden das deutsche Leben (im Vergleich) zu erklären. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, nicht zu zögern, wenn man überlegt, einen Auslandsaufenthalt zu machen, denn es ist eine total schöne Erfahrung, vor der man keine Angst zu haben braucht.

Isabel aus Hollenbek war mit ICX für 4 Wochen als School Guest in Acigne, Frankreich.