Argentinien: Mein Jahr in einer völlig anderen Kultur

Im Juli startete der Flug nach Argentinien, und einen Tag später war ich dann schon in Córdoba. Vom Flughafen wurde ich von der Partnerorganisation von ICX abgeholt, gemeinsam mit etwa 30 weiteren Austauschschülern aus ganz Deutschland

Wir lernten dort Spanisch, die Do‘s and Dont‘s in Argentinien und erfuhren Vieles über die Eigenheiten der Menschen dort. Auch machten wir ein paar interessante Ausflüge, zum Beispiel nach Córdoba in die Stadt.

Aufregend: Das erste Treffen mit der Gastfamilie

Und dann kam der Tag, an dem wir von unseren Familien abgeholt wurden. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es bei mir war. Meine Familie kam so ziemlich als letzte in die Jugendherberge. Als sie dann endlich reinkamen, fiel ich meiner Gastmutter weinend in die Arme und begrüßte danach den Rest der Familie. Direkt im Anschluss wurde das neue „Familienfoto“ gemacht und wir gingen ins Haus, um zusammen Empanadas zu essen und um uns, so gut es ging, zu unterhalten. Das war in meinem Fall noch etwas schwierig, da ich noch kaum Spanisch sprechen konnte. Die ersten Tage in der Familie waren sehr aufregend. Man lernt sehr viel Neues kennen.

Schule ist lockerer als bei uns

Dann kam der erste Tag in der Schule hinzu. Die Schulen in Deutschland und Argentinien sind sehr unterschiedlich. Zum einen hat jede Privatschule in Argentinien eine Schuluniform. Da gibt es von Röcken, Anzügen bis hin zu Jogginghosen alles Mögliche. Auch muss man wissen, dass die Uniform das ganze Jahr  getragen wird und dementsprechend nicht wirklich warm aber auch nicht wirklich kühl im Sommer hält. Dann wird jeden Morgen in den Schulen die Nationalhymne gesungen und die Flagge hochgezogen. Und danach beginnt der Unterricht, der viel lockerer und entspannter ist als in deutschen Schulen.

Das Beste an der Schule ist aber die Siesta nach der Schule. Also übersetzt heißt es „Mittagsschlaf“. In Argentinien ist es üblich, sich nach der Schule oder dem Arbeitstag hinzulegen. Und glaubt mir, das braucht man, vor allem am Anfang des Jahres! Im Allgemeinen ist der argentinische Alltag schon eine echte Umstellung. Denn Argentinier frühstücken kaum bis gar nicht, nach der Schule gibt es dann Mittagessen und nach der Siesta gibt es Mate und Kekse. Das ist so eine Art Kaffee & Kuchen. Abendessen gibt es ab 21.00 Uhr oder eher noch später. Auch essen die Argentinier deutlich kohlenhydratreicher als es hier in Deutschland üblich ist. Was mich sehr überrascht hat: Das Obst und Gemüse dort ist deutlich teurer als hier in Deutschland!

Ausflüge mit anderen Austauschschülern

Mit das Schönste an meinem Austausch waren auch die Treffen mit den anderen deutschen Austauschschülern. Man hat sich alle zwei Monate getroffen. Die Treffen waren Tagesausflüge, wie zum Beispiel Fahrten in kleinere Dörfer in der Nähe von Córdoba. Bei diesen Treffen haben wir noch etwas mehr von Argentinien kennengelernt, außerdem kann man sich währenddessen auch super austauschen und über Probleme reden, da Mitarbeiter der Partnerorganisation in der Regel auch dabei sind. Es tut auch mal ganz gut, wieder Deutsch zu sprechen.

Was die Partnerorganisation in Argentinien noch anbietet sind mehrtägige Reisen durch Argentinien. Ich selber habe nur eine Reise nach den Cataratas (zu den Wasserfällen) mitgemacht. Ich kann es nur empfehlen, und auch von den weiteren Reisen habe ich nur Gutes gehört.

Die mit Abstand schönste Erfahrung war aber, ein Teil der Familie zu sein. Die Familie steht bei den Argentiniern an erster Stelle und der Familienzusammenhalt ist dementsprechend sehr stark. Und da alle Argentinier sehr offen sind, werdet ihr auch in Eurem Jahr ein Familienmitglied werden!

Genießt  Euer Jahr, egal in welchem Land ihr dann seid!

Freya aus Wiefelstede war für ein Schuljahr mit ICX als Austauschschülerin in Córdoba, Argentinien.