Wohin soll es gehen? – Dorthin, wo nicht nur die Landschaft grün ist …

Ich habe die ersten drei Monate dieses Jahres in Shankill bei Dublin in Irland verbracht. Es war einfach eine tolle Zeit! Meine Gastfamilie war super und auch in der Schule waren alle sehr freundlich und hilfsbereit.

St. Patrick's Day in Irland

In der Schule war ich nie auf mich allein gestellt, da immer jemand Hilfe anbot, wenn ich z.B. nicht auf Anhieb den Raum fand, den ich suchte. Eine gewisse Aufregung gehört bestimmt zum ersten Schultag in einem neuen Land dazu, aber Angst muss keiner haben. Auch die Lehrer pflegen ein freundliches und offenes Verhältnis zu den Schülern. An meiner Schule war besonders der Yearhead sehr nett und hat bei Problemen immer gern geholfen.

St. Patrick’s Day: Wenn nicht nur die Landschaft grün ist …

St. Patrick’s Day in Dublin war einfach ein tolles Erlebnis. Mit anderen Austauschschülern bin ich schon früh losgefahren, um noch einen guten Platz an der Absperrung zu erwischen, wo später die Parade stattfinden sollte. Die Menschenmassen waren einfach gigantisch, auch wenn die meisten Iren, die ich kennengelernt habe, dieses Event nicht interessierte. Sie besuchten die Parade nur, um ihren Kindern einen Wunsch zu erfüllen.

Parade am St. Patrick's Day

Diejenigen, die da waren – ob Ire oder nicht – waren alle grün gekleidet und trugen die witzigsten Hüte. Die grüne Kleidung gehört einfach dazu und prägt das ganze Bild. Ich fand die Parade wundervoll. Besonders die Kostüme und die großen Wagen mit Fantasietieren haben mir gefallen. Überhaupt erinnerte alles an eine fantastische Welt.

Hunderennen – ein ganz besonderes Erlebnis

Mit anderen Austauschschülern habe ich ein Hunderennen in Dublin besucht. Man konnte die Hunde von einer Tribüne aus beobachten. Sie liefen einem Plastikhasen hinterher, und man konnte auf sie wetten. Das war das Besondere an der Veranstaltung. Jeder konnte wetten, auch dreijährige Kinder. Der Wetteinsatz startete bei zwei Euro, sodass auch ich fürs erste und letzte Mal gewettet habe, einfach um zu erleben, was das für eine Gefühl ist. Es ist einfach super, sich die Hunde bei der Vorstellung anzusehen. Ich musste mich also für einen entscheiden, auf ihn setzen und dann „meinen“ Hund anfeuern. Wir hatten alle viel Spaß und mehr oder weniger Glück … 

Rike mit Schulfreundinnen

Irish Dancing

Einmal in der Woche ging ich zum Irish Dancing, um den traditionellen irischen Stepptanz zu erlernen. Natürlich sind drei Monate eine viel zu kurze Zeit, um etwas völlig Neues danach richtig gut zu können, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich war mit anderen Austauschschülern aus verschiedenen Ländern und vielen jüngeren irischen Mädchen in einer Gruppe. Irish Dancing ist ein anspruchsvoller Leistungssport, bei dem schon die Kleinsten unglaublich gefordert werden. Für uns Austauschschüler stand der Spaß im Vordergrund. Wir konnten viel von den Jüngeren lernen. Besonders gut hat mir der gemeinsame Abschlusstanz mit der ganzen Gruppe gefallen.

Religion in Irland

Bevor ich nach Irland kam, habe ich gedacht, Religion spiele dort eine sehr große Rolle. Völlig getäuscht habe ich mich da nicht. Zwar spielte in meiner Gastfamilie Religion nicht so eine merkbare Rolle, in der Schule haben wir jedoch mindestens einmal die Woche in der Morgenversammlung das Vaterunser gebetet. Am Aschermittwoch konnte sich jeder, der wollte, ein Aschekreuz auf die Stirn malen lassen, welches die Vergänglichkeit des Menschen symbolisiert. Trotz der katholischen Haltung der Schule war dort jeder Mensch anderer religiöser Orientierung herzlich willkommen. Eine meiner besten Freundinnen in Irland ist Muslimin und wird genauso wertgeschätzt wie alle anderen auch.

Ausflug in die Natur

Das Land der Freiheit – nicht weit von zu Hause

Die erste Reise ohne die Eltern ist ein tolles Gefühl, ein Gefühl von Freiheit. Natürlich konnte ich jederzeit Unterstützung von meinen Gasteltern erhalten. Aber wenn ich in den Bus stieg und quer über die grüne Insel fuhr, war ich froh, dass ich mein Ziel mit Gleichaltrigen erkunden konnte. Ich habe mich mit einer Freundin, die drei Monate in Cork verbrachte, in Galway getroffen, einer wunderschönen kleinen Stadt im Westen Irlands. Dort haben wir ein Wochenende lang in einer Jugendherberge gewohnt. Von Galway aus haben wir einen Tagesausflug zu den Cliffs of Moher unternommen. Es lief zwar nicht alles so wie geplant, da wir statt der Klippen ausschließlich Nebel sahen. Es war aber trotzdem eine tolle Erfahrung. Auf das Wetter kann man sich einfach nicht verlassen. Später zeigte der Busfahrer uns noch etwas kleinere Klippen, die auch sehr beeindruckend waren. :)

Rike mit ihrer Gastfamilie

Die Iren sind tolle Menschen!

Ich persönlich habe festgestellt, dass ich eigentlich gar nicht viel über dieses Land wusste und jetzt habe ich Irland und die Menschen in mein Herz geschlossen. Ihre Freundlichkeit und Offenheit haben mich sehr beeindruckt. Jeder, der in Irland war, wird merken, dass das Wort „danke“ kein Wort zu viel ist.    

Rike P. aus Buxtehude war im 2. Trimester im Schuljahr 2011/12 mit ICX als Austauschschülerin in Dublin, Irland.