Von Minneapolis nach Kleinbardorf

Ich verbrachte ein schönes Jahr in Deutschland. Meine Gastfamilie, Familie Müller, ist sehr offen und lieb. Manchmal war alles ein bisschen hektisch, aber ich fühlte mich immer als einen echten Teil der Familie.

Die schwerste Änderung zwischen Kleinbardorf und meinem Zuhause in den USA war für mich der Größenunterschied. Ich komme aus der großen Stadt Minneapolis, Minnesota, und plötzlich war ich hier auf dem Land.

Die Schule war aber trotzdem spitze. Ich war in der 11a des naturwissenschaftlichen Zweigs. Die Mädchen in meiner Klasse waren sehr nett und freundlich, aber die Jungen und ich stritten immer. Trotzdem gefiel mir meine Klasse. Statt Englisch und Latein besuchte ich in dieser Zeit Mathe und Physik in der 12. und 13. Klasse. Ich machte auch in der 11. Klasse Elektronik und in der 12. Klasse Robotik. Weil ich Mathe liebe, nahm ich sogar an dem deutschen Mathewettbewerb für Schüler teil, aber das Ergebnis kommt leider nicht bis zu meiner Ausreise im Juni.

Nach der Schule habe ich viel unternommen. Einmal pro Woche hatte ich in der Schule den Wahlunterricht "Big Band" (ich spiele Kontrabass). Ich spielte auch Fußball in der Damenwildeliga und ging am Freitag immer zum Jugendschachtraining in Bad Königshofen. Mit Lukas, einem Mitschüler aus der 12. Klasse, ging ich manchmal zu Mathevorlesungen an der Uni Würzburg. Meine Freundinnen aus der 12. Klasse und ich gingen zu Dorfpartys, feierten Silvester, Fasching, Maifeuer und Geburtstage zusammen. Auch ein paar Mal pro Monat haben wir einen Kochabend veranstaltet. In meiner Freizeit las ich alle möglichen deutsche Romane und wanderte im Wald hinter unserem Haus. Die Felder sind so wunderbar schön!

Natürlich habe ich auch viel mit meiner Gastfamilie gemacht. Ich liebe es zum Beispiel, wenn die Familie Spieleabende macht. Dann kommen Familienfreunde zu uns, und wir essen und spielen Werwolf, DSA (Das Schwarze Auge) oder Siedler. Letzten August waren die Familie und ich zum Klettern und Wandern im Bayerischen Wald. Auch waren wir in Tschechien und auf dem Oktoberfest in München und machten Tagesreisen nach Frankfurt, Würzburg und Wiesbaden.

Auch mit der Schule machte ich viele Reisen, zum Beispiel nach Trier und Leipzig, in die Firma PREH oder ins Theater. In den Herbstferien nahm ich in "Mädchen und Technologie" bei der Firma FAG teil. Ich baute elektronische Schaltungen und arbeitete an Autos. In den Osterferien war ich dann drei Tage an der Uni Würzburg mit meiner Robotikklasse. Wir bauten Roboter und programmierten sie mit Basic.

Meine Stiefmutter und mein Vater kommen in der letzten Schulwoche zu Besuch. Wir werden für eine Woche eine Reise durch Deutschland machen. Ich hoffe, dass ich im Sommer in zwei Jahren zurück nach Deutschland kommen und ein Praktikum machen kann.

Amy Fritz aus den USA, Austauschschülerin bei Familie Müller in Kleinbardorf im Schuljahr 2007/08