Sooo viel von Irland gesehen!

Das Frühjahrstrimester des Schuljahres 2013/2014 habe ich in Cork, Irland, verbracht und dort bei einer netten Gastfamilie mit drei Töchtern gewohnt. Bevor es im Januar losging, war ich – wie die meisten anderen Austauschschüler – sehr aufgeregt. Natürlich war ich auch vorher schon mal für ein paar Wochen alleine weg von zu Hause, aber dreieinhalb Monate kamen mir echt lang vor. Dazu kam dann auch noch, dass es ein fremdes Land war und ich nicht wusste, was mich erwartet.

Ich hatte das Glück, dass ich schon einige Zeit vor der Abreise ein bisschen Kontakt mit meiner Gastmutter und einem Mädchen aufnehmen konnte, das vor mir bei meiner Gastfamilie gelebt hatte. Durch sie bekam ich schon einen kleinen Einblick in das Familienleben.

Das erste Wochenende ging schnell um. Dennoch hatte ich ein wenig Heimweh, da ich mich doch noch irgendwie fremd fühlte. Dieses Gefühl hörte jedoch sehr schnell auf. Dann kam mein erster Schultag am Regina Mundi College. Einerseits war ich echt nervös, andererseits freute ich mich sehr, neue Leute kennen zu lernen. Ich kam in eine Klasse mit zwei anderen Austauschschülerinnen. Eine von ihnen war die Spanierin Carla, die schon ein halbes Jahr in Irland lebte, und die andere eine Deutsche mit Namen Daniela. Sie war zeitgleich wie ich angereist. Carla stellte uns allen Mitschülerinnen vor und da wir alle eine lila Schuluniform trugen, fühlte ich mich sofort dazugehörig. Ich war im Transition Year, das ungefähr der 10. Klasse bzw. der Einführungsphase der Oberstufe bei uns entspricht.

Meiner Meinung nach war es ein echter Vorteil in dieser Stufe zu sein, da ich sehr viele Ausflüge und Projekte mitmachen und deshalb die Iren viel besser kennen lernen konnte.

Ein absolutes Highlight war die Fashionshow, die unsere Stufe organisierte. Wir bekamen von ganz vielen Shops aktuelle Mode zur Verfügung gestellt und präsentierten diese an einem Abend auf einem richtigen Laufsteg. Außerdem besuchten andere deutsche Schülerinnen die Schule für eine Woche und ich durfte sie freundlicherweise auf all ihren Ausflügen begleiten. So sind wir an den Strand gefahren und haben sowohl eine Boots als auch eine Bustour durch Cork unternommen. Insgesamt hat es mir sehr geholfen, dass die Schule viele Ausflüge organisierte, da ich so auch sprachlich besser vorankam.

An den Wochenenden bin ich meistens mit anderen deutschen Austauschschülern durch Irland gereist. Natürlich hätten wir alle gerne mehr mit den Iren unternommen, aber diese waren nicht sehr unternehmungslustig, was vermutlich auch am schlechten Wetter lag. Allerdings macht mir seit den Monaten in Irland Regen nichts mehr aus. Ich habe mich schnell an die andere Wetterlage gewöhnt. So habe ich fast alle größeren Städte Irlands gesehen und mich in die Natur des grünen Landes verliebt.

Am allerschönsten war unsere kleine Rundreise während der Midterm-Break. Insgesamt zu neunt sind meine deutschen Freunde und ich von Dublin über Galway bis nach Doolin gereist. Es war eine super Erfahrung, da wir fast alles selbst organisiert hatten und auch selbst für unsere Verpflegung sorgen mussten.

Ich habe noch nie zuvor so viele neue Dinge in einer Woche gesehen und erlebt. Diese Tage waren für mich die schönste Zeit meines Austausches. Sehr genossen habe ich aber auch die Tage, in denen ich einfach nur mit meiner Gastfamilie zu Hause war, mit ihnen über alles Mögliche geredet und mit meinen drei Gastschwestern gespielt habe.

Zu Beginn war es für mich ungewohnt, in einem kleinen Haus zu leben, in dem man ständig aufeinandertrifft. Aber insgesamt tat es gut, da so immer etwas los war, weil das ganze Haus voller Leben steckte. Trotzdem hatte ich immer viele Freiheiten. Ich konnte wann immer ich wollte Freunde besuchen und jederzeit auch jemanden mitbringen.

Mit viel Vergnügen ging ich zum Irish Dance Kurs. Ich kann wirklich jedem den Tipp geben, das einmal auszuprobieren. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und gehört einfach zur irischen Kultur.

Alles in allem kann ich einen Austausch nur empfehlen. Irland als Gastland ist dabei eine gute Wahl. Noch immer habe ich Kontakt zu einigen meiner irischen Freundinnen. Ich denke oft an diese spannende Zeit zurück. Gerne wäre ich länger geblieben, der Abschied fiel mir echt schwer. Vor allem vermisse ich meine drei Gastgeschwister. Ich hoffe, sie bald einmal besuchen zu können.

Mir hat der Austausch nicht nur sprachlich viel gebracht, ich bin auch selbstständiger geworden und habe gelernt, viele Dinge mehr zu schätzen: den Zusammenhalt innerhalb der Familie, ein großes Zimmer … Ich hoffe, dass auch andere genauso tolle Erfahrungen wie ich in Irland sammeln können.

Miriam W. aus Duisburg war im Frühjahrstrimester 2013/14 mit ICX als Austauschschülerin in Cork, Irland.