So viele Deutsche...

Am 21. August hat meine lange Reise von der Ukraine nach Deutschland angefangen. Es hat sehr lange gedauert (24 Stunden), weil ich mit dem Zug gefahren bin. Als ich in Berlin ausstieg, habe ich schon Angst bekommen, dass ich nicht meine Betreuerin finde. Aber alles war gut, wir haben uns gleich gefunden – wir mussten aber noch unser Hotel finden.

Ich erinnere mich, dass es geregnet hat, ich zwei schwere Koffer hatte und wir zuerst unser Hotel nicht finden konnten. Ich bin als erste angekommen, und meine Betreuerin wusste nicht ganz genau, wo unser Hotel ist. (So ein Schicksal, ne?). Als ich dann in meinem Zimmer war und ich mich endlich entspannen konnte, konnte ich meinen ersten Eindruck von Deutschland verarbeiten.

Es war sehr sauber hier (bei mir zu Hause kann man die Straßen Mülleimer nennen) und so viele Deutsche, die sehr schnell für mich redeten. Und natürlich war es "sehr schönes Wetter". Ich habe vier Tage in Berlin verbracht, auf dem ICX-Einführungsseminar. Es war ganz schön lustig: ganz viele Austauschschüler (welche sich kaum in Deutsch miteinander unterhalten konnten), die riesige Stadt Berlin (in der man es schaffen kann, sich innerhalb von fünf Minuten zu verlieren) und viele Deutsche (die 100 Wörter pro Minute reden).

Nach meinen ersten vier Tagen in Deutschland habe ich meine Gastfamilie getroffen. Ich hatte zwei Gastgeschwister, Mareike (19) und Lara (17) und auch zwei Hunde (Jochen und Max). Sie sind alle ganz nett. Natürlich war es am Anfang ganz schön schwierig, aber irgendwie haben wir uns verstanden. Mein erster Tag in der Schule war auch etwas Besonderes. Mein erster Eindruck von meinen Klassenkameraden war: Es sind so wenig. Es waren nur elf Leute drinnen, alle anderen waren auf einer Klassenfahrt nach England. Habe ich schon gesagt, dass ich meinen Physiklehrer so sehr mag? Nur er hat es geschafft, mich an meinem ersten Tag vor die Tafel zu stellen. Am Anfang war ich sprachlos, ich konnte nicht glauben, dass er das tatsächlich gemacht hat! Naja, dann habe ich versucht, irgendwas über mich zu erzählen.

Im ersten Monat war es sehr schwer: neue Leute, neues Zuhause, neue Schule, Freunde usw. Aber später war es schon ein bisschen leichter. Von Tag zu Tag habe ich etwas Neues gelernt, machte immer irgendwelche Fortschritte in Deutsch. Ich mag sehr gerne Bücher lesen. Ich bin so ein Buchfreund. Ich habe schon aufgehört zu zählen, wie viele Bücher ich schon gelesen habe (ich glaube, es sind schon über 30-40 Bücher). Ich glaube, dass mir 100%ig die Bücher geholfen haben, Deutsch besser zu können.

Als Dezember kam, konnte ich kaum die Weihnachtsfeier erwarten. Aber am 24. war ich irgendwie enttäuscht, es war nicht so eine Familienfeier... Nach Weihnachten habe ich eine Reise nach Braunschweig für eine Woche gemacht. Eingeladen hatte der "Internationale Club" des Martino-Katharineum-Gymnasiums. Es war toll. Ich habe da ein paar ICX-Austauschschüler getroffen und auch ganz viele nette Menschen kennengelernt. Die Schüler aus Braunschweig haben für uns eine echt fettes Programm gemacht: Wir haben eine Pianofabrik besucht, waren in der Autostadt, in Discos und fast jeden Tag haben wir abends in Cafés verbracht. Es war zu viel für uns, aber trotzdem, es war sehr nett von ihnen, sich so viele Mühe zu geben. Nach Braunschweig musste ich meine Gastfamilie wechseln.

Meine zweite Gastfamilie ist sehr groß. Ich hatte fünf Geschwister, Sandy (21), Caro (18), Anna (16), Leni (15), meinen kleinen Gastbruder Joni (5) und auch sehr viele Haustiere (drei Katzen und drei Hunde). Wie gesagt, es war immer Chaos hier. In meiner Gastschule war auch alles gut. Im März haben wir noch zwei Austauschschülerinnen aus Frankreich in meine Gastklasse bekommen. Es war sehr lustig zu beobachten, wie sie langsam Fortschritte machten in Deutsch. Die Austauschschulerinnen (Tiffany und Claire) sind genauso alt wie ich, und wir konnten viel miteinander machen. (Sie haben auch noch keinen Perso.) Am 21. Juni machte ICX eine Sommerfeier. Ich finde es ist sehr nett von ihnen, alle Austauschschüler von ICX zu sammeln.

Insgesamt fand ich diese zehn Monate in Deutschland sehr cool. Meiner Meinung nach ist es sehr schön, so eine Möglichkeit zu bekommen, ins Ausland zu fahren und andere Leute kennenzulernen, ihre Kultur, Sprache usw. Ich bin sehr froh, dass ich das alles mitgemacht habe.

Anastasiya Lomonosova aus der Ukraine, Austauschschülerin bei den Familien Wolfes in Petershagen und Familie Thienelt in Minden, im Schuljahr 2007/2008