Irish Dance und jede Menge Ausflüge

Ich habe ein Herbsttrimester in Cork, Irland, verbracht. Vor dem Abflug war ich ziemlich aufgeregt. Vier Monate weg von Zuhause, in ein fremdes Land, wo ich niemanden kenne? Doch nun gab es kein Zurück mehr, denn ich saß bereits im Flugzeug.

Im Juni 2012 hatte ich schon Kontakt zu meiner Gastfamilie aufgenommen, die aus einer Frau und ihren zwei Katzen besteht. Der Telefonkontakt vorab hat mir geholfen, meine Nervosität zu überwinden, denn meine Gastmutter und ich haben uns schon am Telefon blendend verstanden.

In meiner ersten Woche in Cork hat sie mir die Stadt gezeigt, mit mir die Schuluniform gekauft und mich mit ein paar von ihren Freunden bekannt gemacht. Im Laufe der Zeit hat sich ein wirklich enges Verhältnis entwickelt, da wir ziemlich viel gemeinsam hatten. Wir haben abends zusammen am Tisch gesessen, genäht und uns unterhalten, wir waren zusammen im Kino und im Theater und oft zusammen einkaufen.

Die Mädchenschule war erst einmal ungewohnt

Am ersten Tag im Regina Mundi College, eine Mädchenschule, war ich total nervös. Für mich war anfangs alles ziemlich ungewohnt. Außerdem mussten alle eine lila Schuluniform tragen. Die Schule fing erst um 8.45 Uhr an. Wir hatten jeden Tag bis 15.30 Uhr Unterricht. Mittwochs war Half Day, an diesem Tag hatten wir nur bis 13.00 Uhr Schule.

Schuluniform in Irland

Ich war im Transition Year, was der 11. Klasse in Deutschland entspricht. Gut gefallen hat mir, dass ich die meisten Fächer selbst aussuchen konnte. So hatte ich zum Beispiel Fächer wie Kochen, Erste Hilfe, Development und Japanisch. Alle Lehrer waren sehr nett und außerordentlich hilfsbereit. Sie hatten immer ein offenes Ohr für ihre Schüler.

Im Oktober haben wir eine Klassenfahrt auf die Halbinsel Dingle unternommen. Hierbei handelte es sich um einen sogenannten Gaeltacht-Trip, was bedeutet, dass die Schülerinnen ihre Irischkenntnisse weiter ausbauen sollten. Abends haben wir einen Vortrag gehört, von dem ich allerdings nur wenig verstanden habe, weil er natürlich auf Irisch war. Danach gab es Ceili-Dancing, die traditionelle irische Tanzart. Kaum jemand wusste, was er zu tun hatte, aber Spaß gemacht hat es trotzdem!

Mit der Irish-Dance-Gruppe zu den Irish Internationals nach Dublin

Da ich schon in Deutschland seit eineinhalb Jahren Irish Dance machte, war es klar, dass ich mir im Ursprungsland des Irish Dance auch eine Tanzschule suche. Zum Glück habe ich schnell eine in der Nähe meines Wohnortes gefunden. Dort habe ich zwei Mal pro Woche trainiert. Meine Trainerin war total lieb und neugierig, warum sich eine Deutsche für irischen Tanz interessiert. Auch die anderen Mädchen in der Tanzgruppe waren echt nett, ich habe mich schnell mit ihnen angefreundet.

Mit Freundinnen auf Entdeckungsreise

Tara und Kelly haben regelmäßig an Wettbewerben (genannt Feis) teilgenommen. Mit ihnen bin ich zu den Irish Nationals nach Dublin gefahren. Das war für mich eine ganz besondere Erfahrung, da ich zuvor noch nie an einem Wettbewerb teilgenommen habe. Dort haben wir ein Wochenende verbracht. Ich war fasziniert von den vielen bunten Kleidern, den lockigen Perücken und dem andauernden Geruch von Haarspray, der einfach nicht vergehen wollte.

Reisen zu den Sehenswürdigkeiten Irlands

Ende Oktober fingen die Ferien an. Mit sechs weiteren Mädels bin ich in die Metropole Dublin gefahren. Drei Tage lang haben wir uns die Stadt angeschaut. Dann sind wir weiter nach Galway gefahren. Galway ist eine nette, kleine Stadt im Westen Irlands mit einer niedlichen kleinen Einkaufsstraße. In der Jugendherberge hat man uns einige Tipps gegeben, was in der Gegend interessant ist. Eigentlich wollten wir zu den weltbekannten Cliffs of Moher fahren, aber aufgrund eines angesagten Sturms haben wir uns für eine Bustour in die Gegend Connemara entschieden. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, und wir waren alle total begeistert von der schönen irischen Landschaft.

Ausgehen mit Freundinnen

Fazit: Irland lohnt sich allemal!

Mein Auslandsaufenthalt in Irland war eines der besten Dinge, die mir passieren konnten. Ich blicke immer wieder mit Freude auf meine tolle Zeit zurück und habe regelmäßig Kontakt zu meiner Gastmutter und meinen Freundinnen, die mich hoffentlich bald in Hamburg besuchen.

Natürlich hat mir Irland auch sprachlich viel gebracht. Ich bin viel sicherer und versierter im Umgang mit der englischen Sprache geworden. Das Gerücht, dass sich durch einen Auslandsaufenthalt die Schulnoten verschlechtern, hat sich bei mir nicht bestätigt, und ich bin nach den vier Monaten eigentlich ziemlich locker wieder in den Unterricht eingestiegen.

Carina aus Tornesch war für ein Herbsttrimester  mit ICX als Austauschschülerin in Cork, Irland.