England - Die Erfüllung meines langjährigen Traumes

Mein Name ist Leonie und von Anfang Januar bis Ende März, für ein Trimester, war ich in Plymouth, einer Stadt am Meer, die für mich wie ein zweites Zuhause ist.

High School England

Schon früh war mir klar, dass ich einmal nach England gehen würde, doch wusste ich nicht, was mich dort erwarten würde. Ich wusste nicht, dass ich so tolle Menschen kennenlernen würde, dass ich die Schule so interessant finden würde, dass das Land so viel zu bieten hat und dass ich so an der Erfahrung wachsen würde.

Ich fuhr mit gemischten Gefühlen zum Flughafen. Einerseits würde ich mein Leben in Deutschland für drei Monate zurücklassen, andererseits wartete ein ganz Neues in England auf mich. Auf diesen Gedanken konzentrierte ich mich und dachte auch an das bevorstehende Vorbereitungsseminar in London. Dort machten wir als Gruppe aller deutschen Austauschschüler eine Stadtrundfahrt und eine Fahrt im London Eye, von wo aus man einen großartigen Ausblick hat. Doch schon bald war ich wieder auf Reisen und saß in dem Bus, der mich zu meiner Gastmutter in die Küstenstadt Plymouth brachte.

Während ich ausstieg, sah ich viele Menschen warten, und eine von ihnen war meine Gastmutter Elaine. Sie begrüßte mich herzlich und wir fuhren zu ihr nach Hause, was nun auch mein Zuhause war: ein typisches Reihenhaus mit einer rosafarbenen Tür, welches schön eingerichtet war. Ich mochte es sofort und fühlte mich auch in meinem neuen Zimmer sehr wohl.

High School England

Am nächsten Tag begleitete mich Elaine auf dem Weg zur Coombe Dean School, da sie in der Nähe arbeitete. Ich ging jeden Tag zu Fuß zur Schule, das machen viele englische Kinder so. Glücklicherweise war es die meisten Tage nicht außerordentlich kalt. Es gab jedoch eine Woche, in der es ein bisschen schneite, was dort beinahe nie passiert. Für mich war es unglaublich, dass die Schule wegen ein paar Zentimetern Schnee für mehrere Tage ausfiel, leider waren nicht nur die Schulen von der ungewöhnlichen Wetterlage betroffen, sondern auch der Busverkehr, auf den ich angewiesen war, um in die Stadt zu kommen.

Ich ging in die Oberstufe („Post 16“), die einen eigenen Gebäudekomplex hat. Die Oberstufenschüler können drei bis fünf Fächer wählen, die sie dann mehrmals die Woche haben. Ich belegte Psychologie, das wirklich interessant war und dem man leichter als gedacht folgen konnte, Kunst, das einem viel mehr künstlerische Freiheit und Raum zum Experimentieren ließ als in Deutschland, Geschichte, das von einer sehr sympathischen Lehrerin unterrichtet wurde, und Englische Literatur, das meine Liebe zu alten englischen Gedichten weckte. Von einem der Lehrer wurde sogar ein Ausflug ins Theater, wo von der Royal Shakespeare Company „Hamlet“ aufgeführt wurde, organisiert. Ich berichtete meiner Gastmutter begeistert vom Unterricht und vom Besuch im Theater, woraufhin sie mit mir als Überraschung ins Theater ging.

Es ist zudem an der „Coomdean“, wie die Schule auch genannt wird, Pflicht, eine Stunde in der Woche irgendwie in der Schule zu helfen. Ich war in einer neunten Klasse im Deutschunterricht und habe dort versucht, so viel wie möglich zu unterstützen. Einige der Schüler konnten sich auch schon gut auf Deutsch unterhalten und haben viele Fragen gestellt, die ich gerne beantwortete. Insgesamt sind jedoch die Fremdsprachenkenntnisse bei vielen Engländern eingeschränkt, da sie sich oftmals im Ausland auf Englisch verständigen können und somit das Erlernen anderer Sprachen als nicht so wichtig erachten.

Wichtig war mir meine Zeit mit meinen Freunden. Wir trafen uns mal bei einer Freundin, mal bei mir, aber am häufigsten gingen wir in die Stadt, wo wir durch Plymouth Hoe, wo auch der Smeaton´s Tower steht, Richtung Meer gegangen sind und oft essen waren, egal ob Italienisch, Chinesisch oder die besten Fish & Chips, die wir jemals gegessen haben. Besonders schön fand ich einen Trip mit meinen zwei guten Freundinnen zur Küste Cornwalls, was ich nur jedem empfehlen kann.

High School England

Aber ich habe auch viel alleine unternommen, um den Kopf freizukriegen. In der Nähe meines neuen Zuhauses war der Saltram Park, in dem ich spazieren war. Einmal bin ich auch den ganzen Tag an der Küste langgegangen und habe viele schöne Gebäude gesehen und sogar einen kleinen Markt gefunden. Gerne stöberte ich auch in kleineren Geschäften, die überall in der Stadt verteilt sind.

Das größte Highlight war jedoch für mich, als ich einen Auftritt von Russell Brand, einem britischen Komiker, sah. Es war wirklich witzig und es war schön, den Menschen, der mich für die englische Sprache begeisterte, live zu sehen. Ich bin mir sicher, dass ich den Tag niemals vergessen werde.

Ich habe viel gelernt und erlebt, habe neue Freunde gefunden, bin über mich hinausgewachsen und selbstständiger geworden. Diese paar Monate in England habe ich wirklich sehr genossen und es kommt mir durch die ganzen Eindrücke wie ein ganzes Jahr vor, ein Jahr das ich niemals vergessen werde. Ich bin froh, dass mein Traum erfüllt wurde, und ich empfehle jedem, der neue Erfahrungen machen und neue Freundschaften schließen möchte, ins Ausland zu fahren, es ist ein einmaliges Erlebnis!

Loenie aus Hannover war für ein Trimester mit ICX als Austauschschülerin in Plymouth, England.