Dein Austauschjahr bleibt dir für immer

Vor einem Jahr habe ich mich entschieden nach Deutschland zu fahren, um die Sprache zu lernen und die Deutsche Kultur kennenzulernen. Doch damals wusste ich noch nicht, dass ich hier viel mehr als nur die Möglichkeit, Deutsch zu lernen, bekomme.

Lucie (Mitte) mit ihrer Gastfamutter und Gastschwester

Ich habe eine zweite Familie, wunderbare Freunde und unglaublich viele Erfahrungen. Nichts davon werde ich je in meinem Leben vergessen.

Alles hat am Ende August im Hotel Kolumbus in Berlin begonnen. Ich kann mich noch genau erinnern, wie groß meine Angst war. Doch gleich nachdem ich einige andere Austauschschüler kennengelernt habe, sind die unsicheren Gefühle schnell verschwunden und ich habe jede Minute in Berlin genossen. Dieses Seminar hat mir viel Mut gegeben und nach dem Abschied von allen Freunden, die ich in der kurzen Zeit gefunden habe, bin ich motiviert zu meiner Gastfamilie gefahren.

Das erste Treffen mit meiner Gastfamilie

Gleich nachdem ich ankam, wurde ich sehr herzlich aufgenommen. Von Anfang an habe ich mich wie zu Hause gefühlt. Ich habe sehr nette, lustige und liebe Gasteltern, außerdem noch zwei ältere Brüder und zwei Schwestern, von denen eine aus Albanien kommt und hier zur Schule geht. Schon in der ersten Woche hat mir meine Familie ein Schloss gezeigt, mich zum Klettern mitgenommen und dann sind wir sogar nach München gefahren. Und mir wurde klar, dass ich hier keine Langeweile erlebe.

Lucie (hinten l.) mit ihrer Gardetanzgruppe

Mit meiner Gastfamilie habe ich wirklich viele großartige Dinge erlebt. Wir haben im November einen Urlaub auf Kreta und im April in Belgien gemacht, haben uns auch viele deutsche Städte angeschaut und sie haben mir Vieles gezeigt und beigebracht. Die Familientreffen waren ziemlich großartig und für mich auch total ungewöhnlich, denn meine Familie in ist ziemlich klein.

Auf dem Land kann man mehr machen als ich dachte

An das Dorfleben musste ich mich am Anfang anpassen. ich muss jeden Tag früh aufstehen und mit dem Bus zur Schule fahren, was ich in Tschechien nie gemacht habe, aber die frische Luft, farbreiche Blumen und Freundlichkeit der Nachbarn haben jeden Nachteil des Dorfes überwogen.

Hier im Dorf gibt es eine Gardetanz-Gruppe. Ich habe natürlich auch mitgemacht, weil ich Tanzen liebe und auch viel daheim tanze. Wir hatten auf Fasching in verschiedenen Dörfern Aufritte, was richtig Spaß gemacht hat. Außerdem tanze ich noch Zumba einmal in der Woche. Man kann anscheinend Vieles auch auf dem Land unternehmen!

Lucie (l.) mit einer Schulfreundin

In der Schule sind alle sehr nett

In der Schule gefällt es mir sehr. Die Einstellung der Lehrer zu den Schülern ist ganz erstaunlich. Alle sind super nett und hilfsbereit und machen den Unterricht möglichst interessant und unterhaltsam. Es fiel ihnen auch nicht schwer, mir etwas nachträglich zu erklären, wenn ich was in der Stunde nicht mitbekommen oder verstanden habe.

Was meine Mitschüler angeht, war es am Anfang etwas schwer Freunde zu finden und mich anzupassen, aber mit der Zeit habe ich einige sehr gut kennengelernt und viele Freundschaften geschlossen. Ich wurde sogar schon mehrmals gefragt, ob ich hier mit ihnen auf der Schule bis zum Abitur bleibe! Also obwohl nicht jeder am Anfang so freundlich scheint, ist es nur der erste Eindruck, denn nachdem sie man kennenlernt wird es klar, dass hier alle echt freundlich, nett, offen und immer hilfsbereit sind.

Lucie (r.) mit ihrer Gastschwester auf Kreta

Meine Tipps für Austauschschüler

Es gibt da noch ein paar Tipps, die für euch sehr hilfreich sein könnten, wenn ihr die neue Sprache schnellstmöglich lernen wollt: So oft wie möglich mit der Gastfamilie und Freunden zu kommunizieren, und immer, wenn ihr was nicht versteht, fragt! Es ist auch ganz wichtig, Bücher zu lesen und Filme/Serien zu schauen, so gewöhnt sich man auch gut auf die Sprache. In der Schule solltet ihr euch auch alle Notizen machen und alle Tests mitschreiben, obwohl es am Anfang schwer sein wird. Das alles hat mir so sehr geholfen, dass ich im Mai die C1-Goethe-Zertifikat-Prüfung erfolgreich mit einem sehr guten Ergebnis abgelegt habe.

Ich kann allerdings jedem empfehlen eine längere Zeit im Ausland zu verbringen. Jeder Anfang ist schwer, aber wenn man die ersten Barrieren bricht, erlebt man unfassbare Dinge. Und das bleibt einem für immer.

Lucie Scerbíková aus der Tschechischen Republik wa für ein Schulajahr als Austauschschülerin mit ICX in Kleinbardorf.