Deutschland, mein „zweites Land“

Mein Name ist Felipe Rafael Diener und ich komme aus Brasilien. Ich würde gerne ein bisschen über mein tolles halbes Jahr in Deutschland erzählen. Ich hätte niemals gedacht, dass ein Austauschprogramm so schön sein kann und so viel Spaß macht. Deutschland ist jetzt ein Teil von meinem Leben.

Felipe mit seinem Gastbruder und Nachbarn

Als ich ein Austauschprogramm geplant habe, war meine erste Frage immer: Wie gewöhne ich mich an mein neues Zuhause, eine neue Kultur und daran, dass ich mit Leuten wohne, die ich niemals gesehen habe?  Doch das war gar kein Problem: Meine neue Familie war sehr nett und ich konnte mich schnell anpassen. Vielleicht, weil ich schon ein bisschen Deutsch sprechen konnte, da ich in Brasilien schon drei Jahre Deutsch gelernt habe. Das half mir bei der Kommunikation und war sehr wichtig auch für meine Beziehung zu meinem Gastbruder Til und dem Rest der Familie. Es war immer ein gastfreundliches Klima und ich habe schnell mit Til Freundschaft geschlossen.

Fußball vereint Leute auf der ganzen Welt

Über den Fußball konnte ich viele Freundschaften schließen, vielleicht auch weil ich aus Brasilien komme. Am ersten Wochenende hat mich mein Gastbruder schon eingeladen, mit seinen Freunden Fußball zu spielen. Und als ich da erzählt habe, dass ich aus Brasilien komme, haben sich die Jungen sofort dafür interessiert, mich kennenzulernen und über Fußball zu reden. Danach habe ich zweimal in der Woche mit der Mannschaft am Fußballtraining teilgenommen. Das war voll cool und hat mir sehr viel Spaß gemacht, weil Fußball auch mein bevorzugter Sport ist. Mein Trainer war ganz nett und immer witzig. Im Mai waren wir auf einem Fußballturnier in Rees. Das war sehr toll, weil ich auch mitspielen durfte und sogar ein Tor geschossen habe. Am Ende waren wir auf dem dritten Platz und haben einen Pokal gewonnen, den ich sogar nach Brasilien mitnehmen darf – ein tolles Geschenk! Diese Mannschaft werde ich niemals mehr vergessen.

Winter auf dem Aasee

Nur ein kleiner Kulturschock

Für mich war alles ganz normal, hauptsächlich das Essen. Im Süden Brasiliens, wo ich wohne, gibt es viele deutsche und europäische Kolonien. Meine Familie hat deutsche Wurzeln. Das Essen und Vieles mehr waren ähnlich wie in Brasilien. In der Schule war es ein bisschen schwer für mich alles zu verstehen, was die Lehrer sagten. Ich habe mich dann hauptsächlich auf den Deutschunterricht konzentriert und richtig gut gelernt.

Was für mich schwer war, war die Kälte im Winter: In der ersten Woche waren es -15 °C – voll krass für jemanden, der gerade aus dem Sommer mit einer Temperatur von 35 °C kommt.

Karnevalshopping in Köln

Karneval in Deutschland

Karneval in Deutschland war für mich war sehr witzig, besonders im Vergleich zum Karneval in Brasilien: Leute in komischer Kleidung und ganz andere Musik. Ich habe mit meinem Gastbruder und seinen Freunden viel gefeiert und getanzt und wir sind mit einem dieser typischen Karnevalwagen an jedem Wochenende im Februar mitgefahren. Und natürlich habe ich auch ein typisches deutsches Bier genossen.

Schwer zu schaffen machte mir beim Karneval die Temperatur, da es immer richtig kalt war – im Gegensatz zu unserem Karneval bei Höchsttemperaturen.

Felipe beim Skifahren in Warth

Skiurlaub in Österreich

In den Osterferien war ich mit der ganzen Familie und deren Freunden im Skiurlaub in Österreich. Hier habe ich das Skifahren gelernt. Den österreicher Akzent meines Skilehrers Hubert fand ich sehr witzig. Die Landschaft mit den Bergen, der Schnee und manchmal Sonnenschein haben mir viel Spaß gemacht – einfach unvergesslich! Wir waren dort für eine Woche und sind jeden Tag Ski gefahren. Ich habe fünf Tage die Skischule besucht. Die ganze Familie kann richtig gut Ski fahren, aber am letzten Tag konnten wir auch schon gut zusammen fahren und ich habe schon einige rote Pisten ausprobiert. Jeden Tag habe ich Fortschritte gemacht, war abends total müde, aber habe mich trotzdem immer auf den nächsten Tag gefreut.

Deutschland ist meine zweite Heimat

Alles, was ich hier erlebt habe, werde ich nie vergessen. Ich kann sagen, hier ist mein „zweites Land“, weil ich hier einen großen neuen Freundeskreis habe, mit dem ich immer in Kontakt bleiben möchte. Alle haben mich offen und freundlich aufgenommen!

Felipe Rafael Diener aus Brasilien war im 2. Schulhalbjahr 2012 mit ICX als Austauschschüler bei Familie Reher in Everswinkel.