Reformiertes Schulwesen in Südafrika – ergebnisorientiertes Erziehungskonzept
Das öffentliche Schulwesen in Südafrika ist landesweit relativ einheitlich. Zuständig für alle Bildungsfragen ist das südafrikanische Bildungsministerium, das Department of Education.
Neben den öffentlichen Schulen gibt es in Südafrika zahlreiche Schulen in privater Trägerschaft. Privatschulen entscheiden im Hinblick auf ihre Schulpolitik und ihre Lehrpläne eigenständig, müssen aber vom südafrikanischen Examination Board anerkannt sein.
Seit dem Ende der Apartheid wird die südafrikanische Bildungslandschaft durch einen Prozess organisatorischer, struktureller und inhaltlicher Reformen geprägt. Eckpfeiler der Bildungsreform ist das ab 1998 jahrgangsweise auf der Basis eines ergebnisorientierten Erziehungskonzepts (Outcome Based Education) eingeführte "Curriculum 2005".
Damit sollen durch inhaltlich und methodisch reformierte Lehrpläne die Fähigkeit zum kreativen und kritischen Denken, die Lernkompetenz und Praxisnähe gefördert werden.
Auch wird mit dem "Curriculum 2005" angestrebt, eine Gleichheit auf der Erziehungsebene zu schaffen.
Die Investitionen Südafrikas in den für die Entwicklung des Landes so wichtigen Schlüsselsektor Bildung sind im internationalen Vergleich sehr hoch. So fließen ungefähr ein Viertel der Staatsausgaben in diesen Bereich.
Schulalltag an der High School
Das Schuljahr ist in vier Quartale (Terms) unterteilt. Zwischen den Quartalen gibt es Ferien, wobei die Sommerferien im Dezember/Januar mit ca. sechs Wochen am längsten sind. Zeugnisse (School Reports) gibt es am Ende des zweiten und vierten Quartals. Die Noten werden in Buchstaben von A (excellent) bis F (fail) oder in Prozentsätzen angegeben.
Der Unterricht beginnt gegen 7.30 Uhr und endet gegen 13.30 Uhr. Eine Unterrichtsstunde dauert 40 Minuten. Unterrichtet wird in der Regel von montags bis freitags.
Vielseitiges Kursangebot
Der Unterricht an der High School erfolgt in einem System von Pflicht- und Wahlkursen. Das Kursangebot orientiert sich einerseits an einem herkömmlichen Fächerkanon. Es umfasst Englisch, Afrikaans, weitere Landessprachen, Fremdsprachen (meist afrikanische), Mathematik, Naturwissenschaften, gesellschaftswissenschaftliche Fächer sowie Kunst und Musik. Andererseits werden aber auch praktische, technische und berufsbezogene Fächer, wie beispielsweise Buchhaltung, Maschinenschreiben, Betriebswirtschaft, Hauswirtschaft und Informatik, unterrichtet.
Extra-curricular Activities
Zusätzlich zum regulären Lehrplan bieten viele Schulen noch weitere Veranstaltungen, Extra-curricular Activities, an. Hierzu zählen in erster Linie sportliche Angebote. Besonders beliebt sind Leichtathletik, Schwimmen, Cricket, Gymnastik, Rugby, Netzball, Tennis, Fußball und Hockey. Extra-curricular Activities sind aber auch die sogenannten Cultural Activities, wie Kunst, Debattieren, Theater, Musik, Chor und Schülerzeitung.
Als Austauschschüler an der High School
Austauschschüler werden in der Regel in den 11. Jahrgang einer öffentlichen High School eingestuft, sofern sie die 10. Klasse absolviert haben. Wie deine Mitschüler wirst du sechs Kurse belegen und nach landesüblicher Tradition eine Schuluniform tragen. Pflichtkurse für Austauschschüler sind Englisch, ein naturwissenschaftliches Fach und häufig auch Afrikaans. Manche Schulen geben ihren Austauschschülern noch weitere Kurse vor. Bei der Belegung deiner Kurse wird dich dein Guidance Counselor beraten.
Kosten für den Schulbesuch
Die Kosten für Schulbücher, Unterrichtsmaterialien, Schreibwaren, Schuluniform und Schultransport sind von dir zu übernehmen.




